Fragen und Antworten Industrieparks

Die Wahrheit über "Windräder"

Folgende Windparks sind geplant:

Visio-Windpark Saurüssel bearbeitet.vsd

MONDSEEBERGRÜCKEN / SAURÜSSEL / LICHTENBERG
In einem ersten Schritt wollen die Österreichischen Bundesforste 10 Windindustrieanlagen am Saurüssel errichten. Sie sollen weit sichtbar in einer kettenförmigen Anordnung über den gesamten Höhenrücken zwischen Mondseeberg und Lichtenberg errichtet werden. Direkt betroffen sind die Gemeinden Tiefgraben, Zell am Moos, Oberwang, Straß im Attergau und Weißenkirchen im Attergau. Die Gesamthöhe einer solchen Anlage des Typs Vestas V120 beträgt 200m.

KOLOMANSBERG / LEHMBERG
Auf dem Grat des Lehmbergs/Kolomansberg im Gemeindegebiet Thalgau (Besitzerin ist die Forstverwaltung Mayr-Melnhof) soll vorerst eine Windkraftanlage des Typs Vestas V100 mit 140m Gesamthöhe errichtet werden.

AUWALD
Die laut Windmasterplan ausgewiesene Vorrangzone Auwald liegt im Gemeindegebiet Nußdorf am Attersee, Oberwang und Straß im Attergau. Es wird noch geprüft, ob genug Wind für die Errichtung eines Industriewindparks am Auwald möglich ist. Eine Prüfung der Auswirkungen auf die Atterseeregion wäre wünschenswert.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Hinweise zu Denkfallen sowie entscheidende Argumente pro und contra der hier geplanten Windenergieanlagen -- basierend auf aktuellen Zahlen, Fakten, Recherchen von renommierten Journalisten und Aussagen aus der Energiewirtschaft sowie aus Beiträgen von unseren Informationsveranstaltungen.

Die Fragen und Antworten haben wir zur besseren Übersicht in fünf Gruppen gegliedert:
Landschaft; Energieversorgung; Klimaschutz; Rentabilität; Schäden für Mensch, Umwelt und Zusammenleben.


A. Landschaft

1.) Wie hoch sind die Windkraftwerke?
Die Kraftwerke haben eine Nabenhöhe von 140m und einen Rotordurchmesser von 57m. Die Gesamthöhe ist daher 197m. Zum Vergleich: der Aussichtsturm in Lichtenberg ist 38m, die Basilika Mondsee ist 54m hoch, der Stephansdom in Wien 136m und das höchste Bauwerk in der Umgebung, der Fabriksturm in Lenzing 156m.
(1 Foto Windanlage)

2.) Wie kann ich mir die Windkraftwerke vorstellen?
Ans Westufer des Irrsees fahren. Auf dem Höhenrücken gegenüber lässt sich leicht ein Windmessmast erkennen. Dieser ist exakt 105m hoch. Ungefähr doppelt so hoch wäre dann ein Windrad am selben Standort, also rund 200m. Beim Projekt Kolomansberg/Lehmberg wird die Anlage insgesamt rund 140 Meter hoch sein.

3.) Die Fotomontagen sind irreführend, so sehen die Windkraftwerke doch nie aus.
Eines ist klar, es handelt sich hier um Fotomontagen, da die Kraftwerke noch nicht stehen. Bei den Fotomontagen wurden aber die Proportionen so gut es geht berücksichtigt und mittels einer Hubschrauberortung sogar verfeinert. Ein durchschnittlicher Baum wurde mit 30m angenommen, der Aussichtsturm in Lichtenberg mit 38m.
(2 Fotomontage Windparkanlage Saurüssel)

4.) Es gibt einen Windkraftmasterplan in Oberösterreich.
Ja gibt es! Dieser hat im Gegensatz zu den Windkraftplänen in der Steiermark oder in Niederösterreich allerdings keine Rechtsverbindlichkeit. Erstellt wurde der Plan am Reißbrett in Linz ohne Einbeziehung nicht unwichtiger Aspekte wie Sichtbeziehungen, Landschaftsschutz, etc.
(3 Windmasterplan, https://www.land-oberoesterreich.gv.at/110635.htm)

5.) Mich interessieren die Windräder nicht.
Das wäre eine sehr subjektive Ansicht, vielen geht es anfangs so. Je mehr man sich mit der Materie auseinanderzusetzt, desto besser erkennt man die hohle Rhetorik der Betreiber dieser Anlagen. Immer mehr Menschen entdecken dies. Dann kann man nicht daneben stehen und nichts tun. Also bitte informieren Sie sich, z.B. auf http://rettet-das-salzkammergut.info/
Übrigens: Die UNESCO drohte, die Auszeichnung der Loreley im Mittelrheintal als Weltkulturerbe zurückzuziehen, wenn die erforderlichen Kriterien infolge eines Windkraftparks nicht mehr zutreffen.
(4 Deutsche UNESCO Kommission, zitiert in Welt Kompakt 151 v. 7.8.2015, S. 21)
(5 vgl. Natur- und Landschaftsbild Mondseer Flyschberge)

6.) Ich sehe die Windräder nicht, daher stören sie mich nicht.
Die Landschaft gehört uns allen. Hier handelt es sich um Industriebauten, die, auf einem Höhenrücken errichtet, weithin sichtbar sind. Nehmen wir nur z.B. den Schafberg her – rund 300.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt fahren auf den Schafberg, um Berge und Seen zu erleben. Zukünftig werden Sie in unmittelbarer Nähe, östlich und westlich des Irrsees, mindestens 11 Windkraftanlagen erleben.
(6 s. Landkarte „Windpark Saurüssel“)
(7 vgl. Sichtachsen der Windparkanlage Saurüssel – grün bedeutet „sichtbar“)

7.) Wegen der Windräder kommt kein Tourist weniger.
Kann sein, muss aber nicht sein. Aus uns vorliegenden bisherigen Untersuchungen geht hervor, dass 20-40% unserer wichtigsten Gäste aus Deutschland Windräder am Urlaubsort als störend empfinden. Eine Störung des Landschaftserlebnis durch große Windräder an exponierten Stellen
wird bei den befragten Urlaubsgästen überwiegend als negativ bewertet.
(8 Studie Prof. Dr. Ulrike Pröbstl: http://www.isr.at/Sommer-am-Berg-mit-oder-ohne-erneuerbare- Energietraeger.780+M5e34df5a01a.0.html)

8.) Das ist dann wohl erst der Anfang?
Man soll nicht glauben, dass es bei den Betreibern mit den vorerst geplanten Windrädern genug wäre. Das Bergland zwischen Zeller See, Mondsee und Attersee hat wohl Platz für bis zu 50 „Windmonster“. Gibt es in einem Gebiet einmal eine Anlage, ist erfahrungsgemäß mit weiteren Windrädern zu rechnen. Z.B. wurden in Munderfing zunächst 5 Windkraftanlagen gebaut, dann kam eine dazu und weitere sind nun in Planung.


B. Energieversorgung

1.) Willst du Windstrom oder Atomstrom?
Es geht nicht um die Frage:“ Entweder Wind-, oder Atomstrom“. Es gibt Standorte wo Windkraftanlagen durchaus Sinn machen können. Oberösterreich ist allein durch die Wasserkraftwerke des
Verbunds energie-autonom. Sie erzeugen 10.000 Gigawattstunden jährlich. Die rund 500.000 Haushalte verbrauchen 2.000 davon. Der Rest steht Industrie und öffentlichen Verbrauchern zurVerfügung.
(9 s. Tabelle www.verbund.at)

2.) Woher sollen wir den Strom von Morgen nehmen?
Der Stromverbrauch der österreichischen Haushalte ist seit 2008 um 5% gesunken. Sparmaßnahmen, auch ohne Einbußen der Lebensqualität (z.B. Standby von Elektrogeräten, smarte Beleuchtung, etc.), können die Energie von rund 100 Windrädern einsparen.
(10 s. Weniger Strom- und Gasverbrauch, Kurier 17.8.2014)

Es geht aber nicht nur um die Frage, wieviel Strom erzeugt wird, sondern auch um Versorgungssicherheit. Ausfälle der Stromversorgung richten volkswirtschaftlich einen großen Schaden an. Europaweit hat ein intelligenter Mix aus verschiedensten Energiequellen am meisten Sinn. Dafür wurden in den vergangenen 150 Jahren die Netze errichtet. Und dazu tragen Windkraftwerke leider nichts bei, weil der Wind nicht vernünftig planbar und gar nicht regelbar ist.

„Es wird in der Zukunft neue intelligente Lösungen für die Energiegewinnung und –speicherung geben“, meint Dipl.-W.-Ing. (FH) Gerhard Sperr, Netzanlagenmanager. Die intensive öffentliche Förderung von Industrieprojekten ist natürlich ein großer finanzieller Anreiz für die Betreiber. Irgendwann wird die Förderung aber ausbleiben und das Industrieprojekt wird sich auf dem Markt bewähren müssen. (Googlen Sie z.B. „Energiegewinnung der Zukunft“ oder „Energiewende Deutschland Probleme“).

3.) Durch die Windräder wird unsere Gemeinde energieunabhängig?
Der erzeugte Strom geht nach Frankenmarkt in das Umspannwerk/Verteilerzentrum und verschwindet dann im österreichischen bzw. europäischen Stromnetz. Stromüberschüsse werden ins Ausland verkauft. Wir leben in einem europäischen Energieverbund, mit unserer Region, unserem Bundesland, Österreich und dem Rest Europas. Beim Projekt Kolomansberg/Lehmberg geht der Strom ins Salzburger Verteilernetz.
Um tatsächlich energieunabhängig zu sein, müsste man die Gemeinde vom Stromnetz nehmen, ein eigenes aufbauen und gleichzeitig durch erneuerbare Energien sicherstellen, dass die Stromversorgung permanent gewährleistet ist. Eine Aufgabe, die keine Gemeinde schaffen wird!
(11 s. „Scharfe Kritik an Politik“, Die Presse 15.11.2011)

4.) Windräder statt Temelin, Tschernobyl und Fukushima?
Keiner dieser Orte liegt in Österreich. Die Idee beruht auf der naiven Vorstellung, dass Österreich durch gutes Beispiel andere souveräne Staaten zu einer Änderung ihrer Energiepolitik zwingen kann. In Österreich gibt es eben sehr viel Wasserkraft, die wir auch nutzen. Zur Richtigstellung der Proportionen: Ein einziges Donaukraftwerk produziert rund 15 mal so viel Energie wie eine Windkraftanlage mit 40 Windrädern.

5.) Wie stellst du dir die Energieversorgung der Zukunft vor?
Unser Land ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Musterland Europas punkto saubere Stromversorgung geworden. 70% unsere Energie ist bereits durch erneuerbare abgedeckt (in Europa lediglich 24%). Das Thema Energiezukunft ist in Österreich seit der Volksabstimmung gegen Zwentendorf 1978 nicht mehr besonders präsent, dennoch ist es heute wichtig. Mit einer vernünftigen Mischung aus Wasserkraft, Energiesparen, Wärmedämmung, dezentrale Fotovoltaik und Kraft-Wärme-Kupplungen könnten wir genug leistbaren, versorgungssicheren und sauberen Strom erzeugen.
(12 s. „Österreichs Energie“, Fachmagazin der Österr. E-Wirtschaft, Sept 2014)


C. Klimaschutz

1.) Mit dem Windpark setzen wir auch im Salzkammergut ein Zeichen für den Klimaschutz?
Schuster bleib bei deinem Leisten! Das Salzkammergut als eine europaweit einzigartige Kultur- und Naturlandschaft steht für Berge und Seen, Natur und Erholung. Zudem haben wir im Salzkammergut eine mehr als 100 jährige Tradition der Wasserkraft. Windkraft gehört dort gebaut, wo es wirklich Sinn macht und die Landschaft nicht nachhaltig beeinflusst wird. Niemand käme z.B. auf die Idee, im Salzkammergut Wein anzubauen.
(13 s. Positionspapier Umweltdachverband „Anforderungen für WEA“)

2.) Die Windräder in Oberösterreich tragen zur Rettung des Weltklimas bei?
Das tun unsere Wasserkraftwerke zur Genüge, mit Ausnahme jener Fälle, wo sie wegen eines Überangebots an Windenergie stillgelegt werden. Es ist jedoch nicht einzusehen, warum ausgerechnet wir mit unserer Landschaft Opfer bringen müssen, um irgendwo in der Welt eine Statistik über mögliche CO2-Einsparungen zu schönen? Noch dazu, wo durch Windkraftwerke die CO2- Bilanz nicht verbessert wird.

3.) Windkraft ist eine erneuerbare Energie.
Ja ist sie. Allerdings nur so lange der Wind auch weht. „Da Windenergie nicht regelbar ist, ist sie im europäischen Energienetz nur zu einem relativ geringen Anteil sinnvoll“ (DI Gerhard Sperr). Geht kein Wind, muss der Verlust an Energie anderweitig ausgeglichen werden. Die geschieht durch fossile Kraftwerke (Gas und Kohle). Dadurch ist auch der CO2 Ausstoß in Deutschland nach der Energiewende gestiegen und nicht wie erwartet gesunken. Energieintensive Industriebetriebe können ihre Produktion nun einmal nicht nach der gerade vorherrschenden Wetterlage ausrichten, sondern brauchen Versorgungssicherheit. Also werden Ersatzkraftwerke benötigt und die CO2 Bilanz wird negativ bleiben. „Windkraftanlagen ohne Stromspeicher ersetzen kein einziges Wärmekraftwerk, ersparen keine fossilen Brennstoffe und somit auch kein CO2!“ (Vortrag von DI Otto Hein, 4.8.2015 in Reichraming).
(14 vgl. Konfliktpotenziale der verschiedenen erneuerbaren Energieträger)
(15 Deutscher Umweltverband hat sich verirrt, s. http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/Der-BUND-vor-der- Zerrei%C3%9Fprobe/Das-Erste/Video?documentId=29924324&bcastId=432744)


D. Rentabilität der Anlagen

1.) Woher kommt der Strom, wenn der Wind einmal nicht weht?
Für jedes Windkraftwerk muß ein so genanntes Schattenkraftwerk bereitstehen. Geht der Wind nicht und scheint die Sonne nicht, dann werden fossile Kraftwerke (Kohle, Gas) hochgefahren, um den Energie Engpass auszugleichen. Diese arbeiten nicht effizient und sind in Deutschland schwer defizitär, sodass mittlerweile bei unseren Nachbarn über eine Förderung für Gaskraftwerke nachgedacht werden muß.
(16 s. DI Otto Hein, Gedankensplitter)

2.) Es kann gar nicht zu viel Wind geben.
Es ist gut, wenn sich die Windkraftwerke drehen, denn dann erzeugen sie Strom. Allerdings ist es kontraproduktiv, wenn andere Energieformen wie Wasserkraft wegen der Abnahmegarantie für Windstrom benachteiligt werden. Wasserkraftwerke müssen nämlich bei einer Mehrproduktion der Windanlagen ohne Energieerzeugung leer laufen, und der Verbund muss, da die großen Wasserkraftwerke an Donau und Inn nicht abgeschaltet werden können, sogar Strafe für die Energieproduktion zahlen, das sind rund 65 EUR pro Megawattstunde.
(17 s. „Überkapazitäten“, OÖ Nachrichten 26.6.2014)

3.) Der Wind ist gratis.
Aber nicht seine Umwandlung in Strom! Diese funktioniert nur mit massiven Eingriffen in die Landschaft und vor allem mit hohen Subventionen. Derzeit betragen sie das Doppelte des Strompreises, rund 9,27 Cent pro Kilowattstunde. Wir zahlen diese 9,27 Cent den Investoren mit unseren Stromgebühren, obwohl wir in OÖ genügend billigen (die Laufkraftwerke sind bereits abbezahlt) Strom aus Wasserkraft hätten.
(18 s. „Tarife“, Leitfaden zur Förderung der Windenergie Oberösterreich 2015)
(19 s. auch: Kleinwasserkraft vor dem Aus, OÖN 27.8.2014)

4.) Wenn Windkraft schlecht ist, wieso errichten die Bundesforste dann gemeinsam mit den Gemeinden die Kraftwerke?
Das Geheimnis ist das Ökostromförderungsgesetz. Dadurch erzielt der Betreiber (in diesem Fall die ÖBF und die kreditgebenden Finanzinstitute) bis zu 6,5% jährliche Rendite. Das ist in Zeiten niedriger Zinsen ein gutes Geschäft. Die Gemeinden erhalten pro Jahr für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur lediglich EUR 7.500,- pro Windrad. Es ist zu befürchten, dass dieser Betrag dafür nicht reichen wird und die Gemeindekassen noch weiter belastet werden. Es profitieren lediglich die Waldbesitzer, die Betreiber der Windparkanlagen und deren Investoren, die Baubetriebe und die ausländischen Hersteller der Windräder. Die Bevölkerung hat über den erhöhten Strompreis die Subventionierung der Anlagen zu bezahlen.
(20 s. GR-Sitzungsprotokoll Gemeinde Zell am Moos, Oktober 2014)

5.) Windpark Munderfing: Erfolgsmodell oder Pleitekandidat?
Der Windpark Munderfing wird von manchen Windfreaks als Erfolgsmodell gepriesen. Leider ist aber genau das Gegenteil der Fall. Nicht umsonst vermeiden es die Verantwortlichen konsequent, nachprüfbare und mit anderen Windparks vergleichbare monatliche Produktionszahlen anzugeben.
Aus den im Firmenbuch genannten Zahlen ergibt sich bereits für 2013 ein Verlust von € 574.000 und für 2014 ein solcher von € 869.000. Auch heuer drehen sich die Windräder zumeist entweder gar nicht oder mit Drehzahlen von unter 6 Umdrehungen pro Minute, bei welchen sie keinen oder fast keinen Strom liefern. Wenn nicht noch ein „Windwunder“ passiert, steuert da wohl auch das Jahr 2015 in die roten Zahlen.
(21 s. „Oberosterreich ist kein Windstromland“, Brief des Vereins zum Schutz des Kobernaußerwalds v. 17.2.2015)


E. Schäden für Mensch, Umwelt und Zusammenleben

1.) Man gewöhnt sich an alles?
Sobald sich die riesigen Bauwerke der Industriewindkraft zu drehen beginnen, verwandeln sie die Umgebung von einer ruhigen Landschaft in eine belebte Landschaft. Sie drehen sich, dann wieder nicht, dann wieder schon, je nach Wind. Und: ihre großen Flugwarnlampen blinken nachts immer wieder rot. Die Windräder erzeugen auch einen Schattenschlag, den sogenannten Stroboskopeffekt. Es ist fraglich, ob man sich an dieses andauernde Lichtflimmern gewöhnen kann.

2.) Gesundheitsgefährdung durch Infraschall ist ein Gerücht?
Die Rotoren der Industriewindanlagen des Typ Vestas V120 streichen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 300km/h an den Masten vorbei. Dementsprechend enorm ist der durch den Anpressdruck und Verwirbelungen der Luft an den Rotorblättern erzeugte Infraschall. Eine dauerhafte Beschallung durch diesen von Windrädern erzeugten "getakteten" Infraschall führt beim Menschen zu Störungen seines Wohlbefindens und zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Wir können Infraschall zwar nicht hören, aber unser Körper kann ihn fühlen und reagiert darauf.
Durch dauerhafte Infrabeschallung in einer Entfernung bis zu 5 km können verschiedene Krankheitssymptome auftreten. Es kommt zu Blutdruckerhöhung, Übelkeit, Tinnitus, Dröhnen im Kopf, Kopfschmerzen und Schwindel, Schlafstörungen, Unsicherheit und Angstgefühlen, innere Unruhe, Herz-Kreislauf Problemen, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Ursache ist der niederfrequente Schall, der die Eigenschaft besitzt, Körperflüssigkeiten in Schwingung zu versetzen. Durch seinen anatomischen Aufbau ist besonders das Innenohr betroffen. Die Wirkungen von Infraschall lässt sich erst ab einer Entfernung von 10km nicht mehr nachweisen! Die deutschen
Krankenkassen haben die Auswirkungen des Infraschalls bereits als Krankheit anerkannt.
(22 vgl. Bericht Kurier über Infraschall)
(23 s. auch Dänemark: http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article137970641/Macht-der-Infraschall-von- Windkraftanlagen-krank.html)

3.) Die Windräder machen keinen Lärm?
Vom Infraschall abgesehen erzeugen die Rotoren bei Volllast einen Dauerschallpegel von 40-50dB in 200m Entfernung. Am ganzen Höhenrücken des Mondseeberges wird also zukünftig ein gewisser Geräuschpegel vorhanden sein. Den einen mag es stören, den anderen nicht. Das gilt auch für den Kolomansberg/Lehmberg. Dort rückt das Windparkprojekt rund drei Kilometer an den naturgeschützten Irrsee heran.
(24 Tonaufnahme Munderfing)

4.) Der Windpark führt zu Wertverluste der Eigenheime.
Die Häuser der betroffenen Bürger werden entwertet. Windräder verursachen Wertverluste der Immobilien bis zu 40%. Das erzeugt Betroffenheit bei vielen Bewohnern des gesamten Gebiets.
(25 siehe www.ulrich-richter.de/fakten/immobilienwert)

5.) Vogelschlag und Fledermäuse sind kein Problem?
Der Bereich rund um Irrsee und Mondsee wurde vom Lebensministerium als HotSpot der Artenvielfalt ausgewiesen. Es gibt hier eine hohe Biodiversität und einige seltene Arten. Über Vogelschlag und Fledermäuse liegt uns kein Material vor. Die Auswirkungen auf beide Tiergruppen müssen aber in einem allfälligen Genehmigungsverfahren erhoben werden und entsprechende Gutachten vorgelegt werden. Das wird wahrscheinlich wenig nützen.
Beim Windpark Pretul in der Nordoststeiermark z.B., betrieben von den Bundesforsten und dem Verbund, steht im Genehmigungsbescheid bereits auf den ersten Seiten eine Ausnahmegenehmigung zur Tötung von Fledermäusen. Sicher ist sicher.
(26 s. „Artenschutz“, Amt der steiermärkischen Landesregierung, Bescheid über die UVP)

Für den Bereich Kolomansberg/Lehmberg gibt es eine umfangreiche Studie über die unzähligen Vogelarten, viele davon gelten als selten, und den Vogelzug.
(27 s. Studie Schlierbach, www.orchis.at).

6.) Betonmassen, LKW-Verkehr, Gefahr für das Trinkwasser.
Pro Windrad werden 10.000 m3 Fläche benötigt, für den Sockel werden 1.770 m3 Beton und 195t Stahl verbaut. Bei 40 Windkraftanlagen erfordert das ca. 1.200 LKW-Fahrten, zum Teil mit Spezialtransportern, und neue breite Straßen in bisher naturbelassenes Gebiet. Weiters gibt es die Gefahr der Aussickerung von umweltschädlichen Stoffen (z.B. nicht abbaubares Schmier- und Hydrauliköl) und somit eine mögliche Verseuchung von Trinkwasserquellen. Nach Stilllegung bleiben überdies die verbauten Massen und die Straßen zurück, da ein Rückbau zu kostspielig wäre.

7.) Der Windpark bringt die Bürger auseinander.
Dieser Industriewindpark birgt die Gefahr in sich, die Bürger der Gemeinden und der Nachbargemeinden zu verfeinden und auseinander zu bringen. Befürworter glauben, Windräder könnten Atomstrom ersetzen. Fakt ist, dass Industriewindparks in Oberösterreich nur mit Fördergeldern und dem sogenannten Ökostromanteil überleben können. Manche sagen, sie sähen die Windräder nicht. Verantwortungsvolle Bürger sollten aber unser Naturjuwel Landschaft über die Profitgier einiger weniger stellen.
(28 vgl. „Darmstädter Manifest“ von 95 Professoren u.a., 1.9.1998: http://www.windstill.at/darmstadter-manifest/)